Bei HCM handelt es sich um eine zumeist erbliche Herzmuskelerkrankung, in deren Verlauf sich das linke Herzventrikel
zunehmend verdickt. Sie ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen.
Gewisse Maine Coon Linien sind gehäuft von dieser Krankheit betroffen, aber auch andere Rassen und Hauskatzen leiden oft
an dieser Krankheit.
Zwar sind mittlerweile zwei von vielen Genen identifiziert, die im Verdacht stehen, HCM bei Katzen auszulösen, jedoch gibt
ein Gentest keine Sicherheit darüber, ob eine Katze an HCM erkranken wird.
Ein Ultraschall von einem spezialisierten Fachtierarzt mit einem geeigneten
Farb-Doppler-Gerät gibt Aufschluss darüber, ob eine Katze bereits an HCM erkrankt ist. Viele Züchter lassen deswegen ihre
Zuchtkatzen regelmässig auf diese Art untersuchen.
Bei manchen Katzen bricht die Krankheit jedoch, obwohl sie die Erbanlage tragen, erst sehr spät aus.
Weil sich diese Katzen bis zur Diagnose häufig bereits mehrmals fortgepflanzt haben,
ist es so schwierig, diese Krankheit in den Griff zu bekommen. Bei der Zucht mit Katzen, deren Vorfahren über mehrere Generationen
getestet und frei von HCM waren, ist jedoch das Risiko minimiert.
PKD
Die Abkürzung PKD steht für Polycystic Kidney Disease (polyzystische Nierenerkrankung). PKD ist erblich und wurde erstmals
in den 60er Jahren bei Perserkatzen diagnostiziert. Betroffene Katzen haben verzystete Nieren, was zu einer Vergrößerung
dieser Organe, zu Nierenfunktionsstörungen und letztendlich zu Nierenversagen führt.
Obwohl die ersten Symptome der Krankheit erst bei Katzen im Alter
zwischen 3 und 10 Jahren beobachtet werden,
ist es heute leicht, die Krankheit per Ultraschall bereits bei Jungen Katzen zu diagnostizieren.
Bei betroffenen Katzen sind die Zysten von Geburt an vorhanden ein geschulter Tierarzt kann sie mit einem geeigneten
Ultraschallgerät erkennen. Wenn die Katze 10 Monate alt ist, sind solche Ultraschalldiagnosen zu 98% sicher. Da es sich um eine
autosomal-dominant vererbte Krankheit handelt, die bereits vor der Geschlechtsreife diagnostizierbar ist,
ist das Risiko für ein Kitten von negativ getesteten Eltern sehr gering.
FIP
Die Feline Infektiöse Peritonitis wird von einer Mutation des hoch ansteckenden Coronavirus verursacht. Dennoch
ist die Bezeichnung "infektiös" irreführend. Das mutierte Virus wird nicht übertragen.
95% der Katzen tragen Coronaviren in sich. Diese sind jedoch zunächst harmlos. Ist das Virus jedoch einmal
mutiert und die Krankheit ausgebrochen, führt FIP innerhalb weniger Tage bis Wochen zum Tod.
Da es weder eine wirkungsvolle Therapie
noch einen Impfschutz gibt, ist FIP eine der gefürchtetsten
Katzenkrankheiten.
In den meisten Fällen tritt sie
im Alter zwischen vier Monaten und einem Jahr plötzlich und unvermittelt auf. Darüber, was in den betroffenen Katzen die
Mutation
begünstigt, gibt es einige Theorien. Ein vernünftiger Züchter sollte darauf achten, dass er seine Jungkatzen weder zu großem Stress
noch einem zu hohen Infektionsdruck mit dem Coronavirus aussetzt.
Ausserdem ist FIP wohl die am häufigsten fehldiagnostizierte Katzenkrankheit. Dies
liegt daran, dass sich bei vielen anderen
Erkrankungen ähnliche klinische Symptome zeigen. Eine eindeutige Diagnose ist nur post mortem möglich. Dr. Diane Addie
schreibt: "Nur 18% der an unser Laboratorium zur Diagnose der ansteckenden Peritonitis bei Katzen geschickte Proben wurden
tatsächlich als ansteckende Peritonitis diagnostiziert."
Weil Katzen mit ansteckender Peritonitis üblicherweise eingeschläfert werden, ist es von entscheidender Bedeutung, dass
die ansteckende Peritonitis von anderen heilbaren Krankheiten genau differenziert wird.
Bei einigen Tierärzten herrscht eine alarmierende Unkenntniss über FIP. Oft basiert die Diagnose auf völlig unzureichenden
Testergebnissen. Viele Veterinärmediziner preisen das Präparat Primucell der Firma Pfizer fälschlicherweise als sicheren Impfschutz an.