GROSSE BITTE
Juniatas Maine Coon Zucht
In letzter Zeit fangen immer mehr Anfragen mit den folgenden beiden fragen an: „haben Sie Junge?“ und „was kosten die?“ Ich gehöre (noch) nicht zu den Züchtern, die das Gespräch an dem Punkt abbrechen. Ich habe Verständnis dafür, dass der Kauf einer Rassekatze für die meisten finanziell nicht leicht zu bewerkstelligen ist, und dafür, dass man Preise vergleicht. Nur sollte der Kaufpreis nicht das einzige und auch nicht das wichtigste Kriterium bleiben. Zunächst ein Eingeständnis von meiner Seite: Man kann Glück haben und ein „Schnäppchen“ machen. Es gibt einige wenige Züchter, die ihre Kätzchen mit viel Liebe und jeglicher Fürsorge großziehen, die sie brauchen und sie für wenig Geld, und wahrscheinlich nicht kostendeckend abgeben. Dies sind jedoch Ausnahmen und in der Regel ist es so, dass man im wahren Leben selten etwas geschenkt bekommt. Trotzdem gilt: Teuer ist nicht immer gleich gut und billig ist nicht immer gleich schlecht.

Und hier meine große Bitte: Wenn Sie auf Schnäppchensuche sind, bitte achten sie auf folgende Punkte:

- Eine Rassekatze hat bei einem seriösen Züchter IMMER einen Stammbaum oder Registrierungsslip. Die Mitgliedschaft im Verein kostet etwa 40€ im Jahr. Die Registrierung eines Kätzchens mit Registrierungsslip etwa 5€ (Stammbäume sind mit etwa 15 bis 20 € etwas teurer). Dies sind keine großen Kosten und sie sollten am Kaufpreis eines Kittens nicht viel ausmachen. Ein Züchter, der seine Kitten nicht registrieren lässt, hat dafür andere Gründe. Entweder sind seine Zuchttiere selbst ungeklärten Ursprungs und haben keine Papiere oder der Züchter erfüllt die Statuten der Vereine nicht. Die Vereine schreiben Ihren Mitgliedern meist nur vor, woran sich ein guter Züchter, dem an seinen Tieren etwas liegt, sowieso gern hält. Dazu kann z.B. gehören, dass eine Zuchtkatze nicht häufiger als drei Mal in zwei Jahren Junge bekommen sollte. Bei einem Züchter, der nicht willens oder nicht fähig ist, die wenigen Bedingungen, die ein Verein vorschreibt, einzuhalten, sollte man auf keinen Fall eine Katze kaufen.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum es wichtig ist, darauf zu achten, dass Zuchttiere einen Stammbaum haben. Reinrassige Tiere haben oft den Ruf, überzüchtet zu sein. Es ist nicht generell so, dass die Maine Coon anfälliger für Krankheiten ist als eine Hauskatze oder ein Mischling. Jedoch gibt es unter den Züchtern einige schwarze Schafe, die kranke Tiere nicht aus der Zucht nehmen, nicht testen lassen und sich mit Stammbäumen nicht auskennen. Diese Züchter tragen dazu bei, dass es innerhalb der Rasse Maine Coon immer mehr kranke Tiere gibt und dass der Ruf der Maine Coon als Rasse zu Unrecht leidet. Ein erfahrener Züchter kann anhand des Stammbaums sehen, ob die Vorfahren seiner Katzen frei von bekannten genetischen Krankheiten waren. Somit ist der Stammbaum der wichtigste Grundstein für die Zucht von gesunden Tieren.

- Ein gewissenhafter Züchter legt Wert darauf, dass auch die Tiere, die er verkauft hat, ein langes, gesundes Leben führen können. Aus diesem Grund lässt er seine Zuchttiere auf genetische Krankheiten untersuchen. Informieren Sie Sich über potenzielle Krankheiten, die bei der Rasse Ihres Interesses auftreten können und befragen Sie den Züchter nach Untersuchungsergebnissen. Lassen Sie Sich Unterlagen und Testergebnisse zeigen. Die Vereine schreiben nicht vor, dass Züchter ihre Zuchttiere testen lassen und auch zwischen registrierten Züchtern gibt es große Unterschiede. Neben hochwertigem Futter sind es die Untersuchungen und die Konsequenzen, die aus eventuell positiven Testergebissen folgen, die die Zucht sehr teuer machen können. Es sollte in Ihrem Interesse sein, dass die Eltern Ihres Schützlings auf beispielsweise HCM getestet sind. Auch hier gilt: teuer ist nicht gleich gut: nicht jeder eingetragene Züchter, der seine Kitten für 700€ verkauft, lässt testen. Vergewissern Sie Sich.

- Ausser genetischen und angeborenen Krankheiten sind in Zuchten oft Infektionen ein großes Problem. Dort wo viele Tiere auf relativ engem Raum leben, verbreiten sich leicht verschiedenste Erreger. Bestehen Sie beim Besuch der Cattery darauf, alle Tiere und deren Lebensbedingungen zu sehen. Machen die Tiere einen gesunden, wohlgenährten Eindruck? Sind genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten gegeben? Haben die Katzen einen gut belichteten und ventilierten Lebensraum? Viele Züchter lassen ihre Zuchtkatzen regelmäßig auf Leukose und Katzenaids testen. Lassen Sie Sich die Testergebnisse zeigen.

- Ein Kitten muss mindestens 12 Wochen bei seiner Mutter bleiben. Auch wenn es reizvoll ist, nehmen Sie nie ein jüngeres Kitten zu sich. Ein Züchter, der seine Kätzchen früher abgibt, will Kosten sparen, oder hat schwerwiegende hygienische oder gesundheitliche Probleme in seiner Cattery, weswegen er seinen Bestand verkleinern muss.

- Ein Kitten im abgabefertigen Alter hat zumindest zwei Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Der Züchter sollte Ihnen Auskunft geben können, welche weiteren Impfungen sinnvoll sind.

- Bestehen Sie darauf, dass das Kitten vor Abgabe tierärztlich untersucht wird und ein tierärztliches Gesundheitszeugnis bekommt. Befragen Sie den Züchter über eventuelle Vorerkrankungen.

- Erkundigen Sie Sich bei dem Züchter über die Ernährung seiner Katzen. Es gibt verschiedene Philosophien, aber ein gewissenhafter Züchter sollte Auskunft über Inhaltsstoffe geben können und das Futter, das er seinen Katzen gibt, nicht nur mit einem evt. günstigen Preis rechtfertigen.

- Verbringen Sie beim Besuch beim Züchter viel Zeit mit dem Kätzchen. Lernen Sie es kennen. Ist es zutraulich Ihnen gegenüber? Macht es einen gesunden, verspielten Eindruck? Falls Sie Kinder haben, sollten Sie Sich vielleicht für ein furchtloses statt für ein eher sensibles Kitten entscheiden. Bringen Sie Ihre Kinder mit zum Züchter. Ein guter Züchter hat auch kein Problem damit, wenn Sie Ihren künftigen Gefährten nicht nur einmal besuchen wollen, bevor er zu Ihnen umziehen kann. Allein schon um die Entwicklung mitverfolgen zu können.

- Machen Sie keine Kompromisse. Wenn die hygienischen, gesundheitlichen Zustände in einer Cattery nicht Ihren Erwartungen entsprechen, gehen Sie, ohne ein Kitten aus diesen schlimmen Verhältnissen zu befreien. Denken Sie daran, dass für befreite Kitten, mit Sicherheit immer wieder neue nachkommen. Unterstützen Sie nicht solche Vermehrungsanstalten! Seien Sie Sich dessen bewusst, dass hohe Tierarztkosten auf Sie zukommen können, wenn Sie ein kränkliches Tier kaufen.

- Stellen Sie Fragen und seien Sie ehrlich mit dem Züchter. Falls Sie z.B. ablehnend gegenüber Frühkastration stehen oder nicht verstehen, warum ein Züchter darauf besteht, dass seine Tiere keinen unkontrollierten Freilauf bekommen, hören Sie sich die Argumente an.

- Und noch eine weitere Bitte : niemand wird etwas dagegen sagen, wenn Sie mehrere Züchter besuchen wollen um sich ein Bild über die Katzen machen zu können. Aber bitte nicht mehrere Besuche gleich hintereinander! Die Gefahr, Keime oder ähnliches von Haus zu Haus zu schleppen, ist recht groß. Sollten Sie bei der Terminabsprache also gefragt werden, ob Sie an dem Tag schon einen weiteren Besuch geplant haben, ist das nicht böse gemeint, sondern nur vorsichtig.

- Kaufen Sie niemals ein Kätzchen direkt von einer Katzenausstellung weg. Natürlich kann man dort alles andere schon mal absprechen. Warten Sie lieber ein paar Tage danach ab. Dann hat sich gezeigt, ob das Kätzchen den ungewohnten Aufenthalt ohne Schaden überstanden hat. Stellen Sie sich vor, was es für das kleine Wesen bedeuten muss, erst die Ausstellung mit vielen neuen und unbekannten Eindrücken und dann auch noch fremde Menschen und eine neue Umgebung, fremde Katzen ... Stress pur ! Ein seriöser Züchter wird Ihnen das auch gutbegründet ausreden. Schliesslich möchte er sicher gehen, dass Ihr neuer Lebensgefährte gesund und munter bei Ihnen einziehen wird.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf der Suche und lange viel Freude mit Ihrem neuen Begleiter! Ich selbst habe nur selten Kitten abzugeben, aber falls Sie fragen haben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Juniatas Maine Coon Zucht
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